Am Stammtisch!

Eine Weihnachtsmärchen aus Anlass „1 Jahr Regierung ÖVP/FPÖ:

Am „Stammtisch“ im Wirtschaftsverband sitzen ein Bankmanager, ein Industrieller, ein Versicherungsboss, ein Hotelier, der Chef einer Supermarktkette und ein Gewerbetreibender.

Der Banker: „Na, braucht wer einen Kredit? Jetzt ganz günstig! Wir haben so viel Spareinlagen, obwohl wir keine Zinsen mehr bezahlen. Offen gesagt, wundert es mich immer wieder, dass die „Sparer“ sich das gefallen lassen.“

Der Supermarktchef: “ Die Leute kaufen! Unser Umsatz stimmt, man muss aber schauen, dass wir die Kosten weiter senken. Bei den Einkaufspreisen geht immer noch was, auch wenn die Bauern jammern. Teilzeitverträge für Mitarbeiterinnen kommen billiger, als Vollzeitanstellungen. Wenn da wer krank wird, finden wir immer wem, der dann länger bleibt. Freiwillig, Ha, Ha!“ Und bei der Kassa sparen wir auch Personal. Die Selbstbedienungskassen werden immer beliebter. Jetzt haben wir nur mehr eine Kassa besetzt, statt früher drei! Manchen Kunden muss man halt noch ein wenig helfen, bei dem Automat, aber sie lernen es eh schnell! Da stellen wir ein nettes Mädel hin und der Pensionist fühlt sich gleich als IT-Profi!

Der Hotelier: Ja, freiwillig bis 12 Stunden am Tag, das ist schon super! Ich hab schon immer gesagt, flexibler müssen wir werden. „Flexibel“ hätten’s zum Wort des Jahres machen sollen, net „Schweigekanzler“.

Der Industrielle: Na, der Kanzler macht des schon guat. Schöne Bilder in den Medien und wenige Worte, das hat er vom Schüssel gelernt! Wir haben ihm eh klar gesagt, was wir für unsere Spenden wollen. Und er liefert, „Just in Time“, einfach super!

Der Versicherungsboss zum Banker: „Du, deine Veranlagungstipps waren super. Wir sind gut damit gefahren!

Der Banker: „Und die Finanztransaktionssteuer kommt auch nicht, hat unser lieber  Finanzminister gesagt. Der kennt sich aus, war ja selbst früher in der Finanzbranche!“

Der Gewerbetreibende: „Also ich spekuliere nicht, ich investiere lieber in den Betrieb“.

Der Industrielle: Ja, jeder wie er glaubt. Wir „spekulieren“ auch nicht! Aber wir im Konzern machen mit Finanzprodukten manchmal schon mehr Gewinn, als mit dem Verkauf unserer Produkte! Und die Metaller? Die spinnen, die haben gleich gestreikt. Und die Unsrigen in der Kammer gehen in die Knie. Und wir zahlen die Zeche.

Der Banker zum Industriellen: „Raunz net, dir geht’s gut. Die Leute brauchen Kaufkraft! Damit sie selber vorsorgen können und auch Finanzprodukte kaufen. Finanzwirtschaft ist die Zukunft, Realwirtschaft die Vergangenheit, hab ich immer gesagt!

Der Gewerbetreibende: „Und was machst, wenn die nächste Krise kommt? Dann hast ein Bilanzproblem und dein Eigenkapital schmilzt dahin , wie das Eis auf der Pasterze.“

Der Banker: „Also, was sich die Menschen alles gefallen lassen, das ist schon interessant.

Der Hotelier: „Also das mit der Mehrwertsteuer, das hat der Kurz klass gmacht. Net viel geredt und kurz & bündig für uns im Tourismus die Steuer von 13% auf 10% gesenkt. Wir haben die Preise natürlich gleich gelassen und alle haben es sich gefallen lassen! Und jetzt zum Jahreswechsel erhöhen wir nochmals um 3%! Und die Leute zahlen, einfach super!“

Der Industrielle: „Und das mit den Krankenkassen? Ein genialer Streich von der Regierung! Zuerst zahlen wir weniger Beitrag an die AUVA, dann legen sie die Gebietskrankenkassen zusammen, schwächen damit den Einfluss der Gewerkschaften und wir als Wirtschaft bestimmen dort künftig, wo es lang geht!

Der Hotelier: „Hoffentlich kommt bei Betriebsprüfungen endlich die Krankenkasse nicht mehr. Die nerven beim Prüfen! Die schauen nicht nur, ob die Beiträge abgeführt wurden, sondern auch , ob die Leute korrekt bezahlt werden. Unglaublich zickig, die Typen! Wenn die Prüfung künftig nur mehr die Finanz macht, wird das einfacher.“

Der Versicherungsboss zum Industriellen: „Weist eh, als nächsten Schritt sollten wir ernsthaft andenken, den  Gesundheitsbereich mehr zu privatisieren. Sag das deinen türkisen Freunden. Eine Privatisierung der Krankenkassen, das wäre toll! So wie in Deutschland. In den Spitälern eigene Schalter für Privatversicherte, dass wäre der Hit! Doch das haben sich deine Freunde in der Partei jetzt doch noch nicht getraut. Feiglinge!

Der Industrielle: „Du meinst „WENIGER STAAT, MEHR PRIVAT? Das werden die Blauen nicht mit tragen.

Der Supermarktchef: “ Für uns wäre das kein Problem, wir könnten auch Krankenversicherungen im Supermarkt verkaufen! Wir verkaufen ja jetzt auch schon Handy-Verträge und Urlaubsreisen.“ Und das mit den Blauen: Wenn man Kickl erlaubt seine Pferdepolizei aufzustocken und Hofer erlaubt, er kann auf allen Autobahnen Tempo 140 einführen und überall bei rot rechts abbiegen und dem Strache garantiert, er kann in Lokalen weiterhin rauchen, dann sind sie auch für die Privatisierung zu begeistern!“

Der Gewerbetreibende scherzhaft zu allen: „Wer ist der Strache? Hat der noch was zu reden?

Der Ober: „Die Herren, noch einen Wunsch?“

Der Versicherungsboss: „Einen kleinen Waldhäusl, pardon, einen kleinen Braunen bitte.“

Der Industrielle: „Ein Achtel Zweigelt, bitte.“

Der Hotelier: „Ich lade euch ein: Eine Flasche „Dom Perignon Vintage 2006 Brut“, die haben wir uns verdient! Ich schreibe sie eh von der Steuer ab.                                         Hoch lebe unsere Bundesregierung!“

Dieses Märchen ist frei erfunden. Für alle und überall gilt die Unschuldsvermutung!

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