Mitbestimmung

Selten findet man jemanden, der sagt: „Mitreden, mitbestimmen, mitgestalten, das ist nichts für mich.“

In jedem Gespräch, jeder Diskussion in der Familie, am Arbeitsplatz, oder im Freundeskreis reden wir mit und miteinander

Mitbestimmung beginnt in der Familie bei der Auswahl der Schule für die Kinder, beim Urlaubsziel u.v.m..

Mitbestimmung und Mitgestaltung findet aber auch in  vielen Vereinen, Organisationen und Parteien statt, meist von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern und Funktionären.

In vielen dieser Gruppen geht es darum, zu entscheiden, wie man die selbst gesteckten Ziele, anderen zu helfen, Verbesserungen durchzusetzen und Verschlechterungen zu verhindern, mehr Gerechtigkeit, Solidarität und Mitsprache in unserer Gesellschaft zu schaffen am Besten erreicht.

Und: Keine der Vereine und Organisationen und Gruppen kommt dabei ohne ehrenamtliche und unbezahlte Arbeit von möglichst vielen Unterstützern aus!

Das hat im Nationalratswahlkampf 2017 auch zu einem „DANKEPLAKAT“ der ÖVP geführt:

kurz

Aber wie ehrlich ist so ein Dank, wenn wenige Wochen später einem Teil der Bedankten im Regierungsprogramm ausgerichtet wird: Euch brauchen wir nicht mehr, ihr werdet abgeschafft!

Abgeschafft werden soll nämlich die „Betriebliche Jugendvertretung“ also die Jugendvertrauensräte (JVR) im Betrieb! Diese ist gesetzlich seit 1973 in Österreich vorgesehen und wurde Jahre vorher immer wieder von der Österreichischen Gewerkschaftjugend (ÖGJ)  lautstark gefordert. Die Jugendlichen und Lehrlinge in den Betrieben wollten nämlich eigene Vertreter wählen, die gemeinsam mit den Betriebsräten ihre Interessen vertreten. Rund 3000 „JVRs“ gibt es derzeit.

Nach 45 Jahren also weg mit dem Mitreden, Mitbestimmen u. Mitgestalten von  demokratisch gewählten, ehrenamtlichen Vertretern der Jugendlichen im Betrieb z. B. bei ihrer Berufsausbildung.

So schaut unter Blau/Schwarz Demokratie aus. Gnädig wird angeführt, dass dafür die Lehrlinge schon früher als jetzt bei einer Betriebsratswahl wahlberechtigt sind.

Das sich die Gewerkschaftsjugend, wie auf unterem Foto ersichtlich, das nicht gefallen lassen will, ist klar.

Bei der Bundesjugendkonferenz der PRO-GE (ehem.Metallergewerkschaft) am 10.3.2018 in Wien war dieser Angriff der Bundesregierung auf die Rechte der Jugend ein zentraler Punkt.

 

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Bleibt  die Frage: Warum will das die Blau/Schwarze Bundesregierung, oder besser gesagt Strache und Kurz?

Antwort 1: Sie haben der Wirtschaft Entlastung versprochen.                                                 In ihren Augen ist auch weniger Mitbestimmung eine Entlastung der Firmen. Für unseren „jungen“ Bundeskanzler braucht es also keine Jugendvertreter in den Betrieben.

Antwort 2: Keine Jugendvertrauensräte bedeutet eine Schwächung der Jugendorganisationen und der Schülervertretungen in den Berufsschulen.                       Da sich von den Tausenden Jugendvertrauensräten in unserem Land nur eine Handvoll zur FPÖ hingezogen fühlen, freut sich auch Strache, wenn die Gewerkschaftsjugend schwächer wird.

Spannend wird sein, zu beobachten, wie die Abgeordneten der ÖVP, die selbst einmal Jugendvertreter waren, sich bei der Abstimmung im Nationalrat verhalten. Die gibt es nämlich auch!

Das es anders auch geht und man ehrenamtlichen Jugendfunktionären auch Wertschätzung entgegen bringen kann, zeigte bei der oben zitierten Jugendkonferenz die Grußbotschaft von Evelyn Regner, Abgeordnete der SPÖ im EU-Parlament

 

 

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