Investieren ja, aber wo?

Bei uns wird zu wenig investiert, hört man immer wieder von Bankern, Wirtschaftsforschern und von Politikern. Wahrscheinlich stimmt es, doch es gibt auch Unternehmen, die bewußt investieren, denn sie denken an morgen.

Wer genau hinschaut, wird mir recht geben, wenn ich sage: Manche investieren sogar laufend!

Der Industriebetrieb investiert laufend in die Instandhaltung seiner Maschinen, Anlagen und EDV-Systeme. Denn sonst steht das „Werkl“. Schaden würde entstehen!

Der Elektrikerbetrieb in die Autos seiner Monteure. Denn nur „gesunde“ Autos schaffen den Weg zum Kunden. Denn der Kunde wartet.

Die Wiener Linien investieren in das Service ihrer Rolltreppen. Denn die Fahrgäste wollen sicher nach oben! Alle wollen nach oben!

Die Polizei investiert in Grenzzäune, damit Ordnung herrscht! Denn Ordnung muß sein sagte Mikl-Leitner, küsste ihren Nachfolger und ging!

Ja, die „Gesunderhaltung“ der Maschinen, der Autos, der Rolltreppen, der Ordnung, das ist wichtig. Doch wie schaut es mit der Gesunderhaltung der Arbeitnehmer, der Polizisten und Beamten aus?

Ist das nicht mindestens genau so wichtig? Was meinen sie?

Wer gesund in die Arbeit geht, soll auch gesund zurück nach Hause kommen!

Die Zahlen zeigen aber ein anderes Bild.

Der „Kurier“ titelt am 21.April 2016:

Mehr Psycho-Erkrankungen im Job“

Vor zehn Jahren waren psychische Probleme in Österreich für eine Million Krankenstandstage verantwortlich, zuletzt aber schon für 3,6 Millionen Tage!

Über „Burn out“ haben wir vor einigen Jahren noch gelächelt, heute kennt fast jeder einen daran Erkrankten. Kein Wunder: Steigender Arbeitsdruck, Teilzeit bezahlt, Vollzeit hackeln, Rufbereitschaft rund um die Uhr, Ruhezeiten verkürzen, Urlaub verschieben u.s.w..

Rudi Kaske, der Arbeiterkammerpräsident verlangt deshalb mehr Prävention und Betriebliche Gesundheitsförderung.

Der Gesamtwirtschaftliche Schaden, der durch Psycho-Erkrankungen entsteht, beträgt bereits 3,3 Milliarden Euro!

Allein 2015 sind 5800 Personen, das sind um 30% mehr als 2014, aus psychischen Gründen vorzeitig in Pension gegangen! Ein großes Problem auch für unsere Pensionsversicherung.

Also, liebe Unternehmer, ihr wollt doch immer Kosten sparen. Dann tut es doch. Investiert in die Gesundheit eurer Mitarbeiter!

Würden alle Unternehmer für die Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter gleich viel aufwenden, wie für die Gesunderhaltung ihrer Maschinen und Anlagen, so hätten sie Kosten gespart.

Denn nur wer gesund ist, ist produktiv!

Doch das haben noch nicht alle verstanden.

Der ORF brachte in der Sendung „Heute konkret“ am 21.4.2016 einen Beitrag zu diesem Thema:

Da sagt ein Vertreter der Wirtschaftskammer sinngemäß:

Psychische Erkrankungen entstehen nicht in der Arbeit, die bringen doch die Leute aus der Familie in die Arbeit mit!

Es ist erschreckend zu sehen, wie weit ein Wirtschaftsvertreter von der Realität in der Arbeitswelt entfernt sein kann.

Aber auch die Arbeitnehmerinnen u. Arbeitnehmer sind gefordert, denn:

Gesundheitsbewußt im Krankenstand, das ist zu spät, sagt der Verstand!

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